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Archive for the ‘Weltverbesserungsmaßnahmen’ Category

Nach einer kleinen Familienfeier und einem Tag guter Laune, bin ich kurz noch ins Wahllokal um meine zwei Kreuze zu mache. Ich war zuversichtlich und wurde nicht enttäuscht.

Mit minus 10% hätte ich auch nicht gerechnet, aber musste wohl sein. Zudem hatte der gute Mann noch die Größe seinen Rücktritt anzubieten (zwar hinter verschlossenen Türen), der dann aber dementiert und scheinbar (noch) abgelehnt wurde. Die Luft wird dünn!

Die Klientelpartei hatte nach der Bundestagswahl ja noch so was wie einen Größenwahn, mit den üblichen Begleiterscheinungen: wichtiger nehmen als man ist, lauter reden als man sollte… Nun ist sie aber zur gewohnten Größe und dehmut zurückgekehrt, nur der Generalsekretär scheint irgendwie schmerzfrei zu sein, der braucht wohl länger bis er auf den Boden der Tatsachen klatscht.

Was ich von den Linken halten soll, weiß ich noch nicht. Ich habe den Eindruck, das sich da der ganze politische Rest zu versammeln scheint. Ein chaotisches Konglomerat aus beleidigten, enttäuschten, ideologieverblendeten, realitätsfremden, wunschdenkenden  Protestrevolutzern. Es ist oft viel einfacher zu sagen das etwas blöd läuft, aber wie es besser laufen könnte isst ne andere Sache, vor allen Dingen wenn es realistisch sein soll. Da sind die nicht sehr weit von den Liberalen entfernt, die mit ihrem Chefpopulisten das andere Ende des politischen Spektrums abzugrasen schienen.

Die Grünen haben es verdient. Konsequent, unaufgeregt und sachlich. Zwar wäre mir ein rot-grüner weg der sympathischere, aber schwarz-grün würde mich auch nicht sehr stören. Solange die Grünen ein rationales Korrektiv sind bin ich zufrieden.

Ich bin mal gespannt was die nächsten Tage so bringen.

PS: 1, 2, 3 Schuldenfrei: Wie die Stadt Langenfeld aus Amtsschimmeln Rennpferde machte – die Erfolgsformel zur Sanierung städtischer Finanzen von Magnus Staehler von Linde, Wien

Ein sehr interessantes Buch und das von einem CDU Politiker, an dem sich so manch Kommunalhampel mal ein Beispiel nehmen könnte.

Besonders toll finde ich den Abschnitt: Kein Budget für Prestigeprojekte 😉

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Nicht jeder scheint das Grundgesetz gelesen zu haben oder es ernst zu nehmen, schon gar nicht die Verantwortlichen bei RTL und ihrer DSDS Abartigkeit. Wenn man ein pubertierendes etwas in der Wohnung hat, kommt man nicht immer um hin sich so was auch Mal anzuschauen.

Da stand ein junger Mann vor der Kamera, der sich scheinbar eingenäßt hat, kann passieren, ich weiß in diesem Fall aber auch nicht warum. Sie hätte das nicht zeigen müssen, haben sie aber. Ich kann mir denken, dass sich dieser Mensch diesen Auftritt etwas anders vorgestellt hat und dass er sich nun lieber keiner Kamera mehr präsentieren möchte.

War er naiv? Ich weiß es nicht, nur scheint es mir, das nicht gerade wenige dieser Kandidaten naiv sind und diese Menschen vielleicht vor ihrer Naivität geschützt werden sollten. Werden sie eigentlich über ihre Rechte aufgeklärt und die möglichen Folgen ihrer 15 Sekunden oder unterschreiben sie einen Vertrag und hoffen auf das Beste?

Nicht jeder kann die allumfassenden Konsequenzen seiner Handlungen erfassen und all zu schnell werden diese Menschen zu Opfern von Belustigung, Spott und Beleidigungen. Und nicht gerade wenige erfahren so einen massiven sozialen und persönlichen Schaden, der dann nicht zu Letzt bei einem Therapeuten behandelt wird und das im günstigen Fall.

Das Konzept dieser Sendung besteht offensichtlich aus dem Vorführen menschlicher Schwächen und Abgründe und aus Erniedrigung und Belustigung.

Keiner dieser Superstar-Anwerter wird je einer sein, sie werden ausgelutscht und weggeworfen.

Auch ist das leider nicht die einzige menschenverachtende Sendung, die gibt es zu Hauff und was kann man von einer Gesellschaft halten in der eine solche Nachfrage existiert?

Nachtrag 22.01.2010

In einem GMX-Artikel wurde heute eine Reaktion der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) (Link) berichtet. Da heißt es:

Die erste „Casting“-Folge der neuen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL-Tagesprogramm, 9. Januar 2010) verstößt gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags.

„Hier werden nicht nur beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten als normale Umgangsformen präsentiert. Hier werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Häme und Herabwürdigung anderer als völlig legitim darstellen. Das wirkt erklärten Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegen und kann eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben“, so der KJM-Vorsitzende Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring.

Leider steht da auch das die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) diese Sendung bereits bewilligt hat und daher keine Sanktionen erhoben werden können.

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Gestern hab ich von einem Projekt (Link) mitbekommen, das mich sehr begeistert hat. In einer Dokumentation wurde das Projekt und einige Beteiligte vorgestellt. Ein Künstler mit dem Namen Someguy, hat im Sommer des Jahres 2000 genau 1000 leere Tagebücher auf die Reise geschickt. Er hat sie einigen Freunden gegeben, in zufällige Einkaufstüten gesteckt oder in andere Länder verschickt.

In den Büchern standen auch ein paar Anweisungen. Die Bücher sollten selbstredend beschrieben und bearbeitet werden, man sollte nach Möglichkeit die Seiten scannen und auf der Projekt-Homepage veröffentlichen, wenn es voll ist, sollte es zurückgeschickt und veröffentlicht werden und wenn nicht, so sollte es weitergegeben werden.

Die Resonanz war gigantisch und die Bücher wurden schnell zu sehr begehrten Objekten. Bis zum heutigen Tag sind die meisten unterwegs und einige verschollen. Aus diesen Gründen startete Someguy ein Folgeprojekt, wo jeder der es will ein eigenes Buch auf die Reise schicken kann, es trägt den Namen 1001Journals (Link).

Das hat mich auch an ein anders Projekt erinnert, bookcrossing (Link), bei dem jeder ein gelesenes Buch auf die Reise schicken und dessen Weg verfolgen kann.

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Gerade habe ich ein Video von Pat Condell – Aggressiver Atheismus (auf Deutsch) gesehen. Darin versucht er u.a. seine atheistische Perspektive deutlich zu machen.  Ich kann ihm in einigen Punkten zustimmen, nicht aber darin wie er es sagt.

Ich glaube (=bin überzeugt, 100%) nicht an Gott (oder was auch immer), bin ich ein Atheist? Vielleicht, ich sehen mich viel lieber als Realist. Gott ist eine Sache die man weder beweisen noch wiederlegen kann, für das Letztere sprechen bessere Argumente, dennoch heißt das für mich, das es dringenderes auf der Welt gibt. Nichtsdestoweniger sollte der gemeine Atheist, sollte er die Absicht haben, seine dem blinden Glauben verfallenen Mitmenschen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren und zu – sagen wir mal hoffnungsvoll, weniger blindem Glauben – bekehren, einiges bedenken.

Ich habe schon früh für mich festgestellt, dass es nahezu aussichtslos ist einen Menschen nur mit ein paar scheinbar sinnigen Argumenten von etwas zu überzeugen. Es braucht mehr. In der Psychologie und da in der Persuationsforschung kennt man das Elaboration Likelihood Model (Link) und diesbezüglich zwei Verarbeitungswegen einer Botschaft:

  1. Zentrale Verarbeitung der Mitteilung: hierbei zählen Argumente und die Qualität der Botschaft, der Empfänger setzt sich aktiv mit dem Thema auseinander, vergleicht mit eigenem Wissen, wägt ab und bewertet. Vorausgesetzt er hat ein Wissensbedürfnis (need for cognition), also interessiert und motiviert sein die Botschaft aufwändig kognitiv zu verarbeiten  und die Möglichkeit/Kompetenz haben es auch zu können. Das Thema ist Relevant und er fühlt sich persönlich betroffen.
  2. Periphere Verarbeitung der Mitteilung: hierbei zählen Merkmale des Senders wie z.B. dessen Attraktivität, Kompetenz oder Bekanntheit und Autorität. Oft spielt dabei die Konditionierungen und Co eine Rolle und bestimmte Heuristiken ersparen uns Zeit und kognitiven Aufwand. Voraussetzung für diesen Verarbeitungsweg sind keine ausreichenden Fähigkeiten, keine ausreichende Motivation und geringe Relevanz des Themas.

Der erste Weg führt zu einer stabileren Einstellungsänderung aber beide Wege schließen sich nicht aus und interagieren miteinander, so dass die periphere Route die zentrale begünstigen kann, ok? Mit dem gewissen Wie kann man das Was besser verkaufen und mit dem falschen Wie kann das Was noch so toll sein…

Eine etwas andere Perspektive. In der psychologischen Therapie begegnet man dem Problem der Reaktanz. Das passiert oft dann, wenn man einen Menschen mit etwas konfrontiert, das dieser nicht mag. Der reagiert dann mit Abwehr, logisch.

Ein Angstpatient hat Angst von einer bestimmten (oder unbestimmten  Sache) und das – wie er meint – aus gutem Grund, auch ist der Sinn der Angst einen von dem Objekt der Angst fern zu halten. Blöder Weise besteht die Therapie einer Angst genau darin, den Patienten mit genau dem Angstobjekt zu konfrontieren und die Angst zu provozieren, damit der Patient merkt, dass er daran nicht stirbt und die Angst weniger wird, er habituiert. Alles klar?

Wie vermeidet man nun Reaktanz? Eine Möglichkeit dieses zu tun ist die sogenannte systemimmanente Gesprächsführung und meint nichts anderes, als sich in das System des Patienten hinein zu denken, seine Perspektive einzunehmen und alles mal aus seinem Werte und Normensystem zu betrachten und eben aus diesem heraus zu kommunizieren. Man sollte stets Verständnis und Akzeptanz signalisieren.

Wenn man das Gefühl hat, man wird verstanden und akzeptiert, hat man weniger Motivation in den Flucht-oder Angriff-Modus zu Schalten, also in Stress zu geraten 😉 ,,Alles ist gut, ich spreche mit einem Freund und der will mir nur gutes.“ Auch sollte man gelegentlich Sokrates gedenken.

Wenn ich Atheisten erlebe, habe ich oft das Gefühl, das sie ähnlich wie viele ambitionierte Kommunisten oder so, eine Revolution haben möchten und zwar JETZT! Hat das jemals was gebracht? Dabei sollten sie sich eher einige der Tugenden und Strategien ihrer Gegenspieler aneignen, wenn sie mit dem ,,Missionieren“ erfolgreich sein wollen. Geduld wäre so eine und kleine Schritte führen auch zum Ziel ist auch kein schlechter Gedanke.

Wenn man ein Alternative anbietet, so sollte Sie mindestens ebenwertig, wenn nicht besser sein, also attraktiver oder weniger schlimmer ;).

Die Frage: Hast du schon mal mit dem Gedanken gespielt nicht an Gott zu glauben? ist nicht ohne. Glaube vermittelt scheinbare Sicherheit, Übersichtlichkeit, Orientierung und Kirche bedeutet Gemeinschaft. Und das ist ein Problem. Menschen mögen Gemeinschaften und organisieren sich darin; Clubs, Vereine und soziale Netzwerke etc. Wenn einer darüber nachdenkt eine neue Überzeugung anzunehmen, denkt er auch darüber nach was wohl die anderen davon hallten könnten. Wieso sollten man sich diesem Stress aussetzen? Während Jugendliche scheinbar eher bereit sind ihre Überzeugung zu ändern, sieht es bei den Alten anders aus, da wir um so konservativer und unflexibler sind je älter wir werden.

Wenn man also Kritik übt und will das sie was bewirkt, so sollte man besser nett sein, nicht überfordern und nicht zu viel erwarten 😉

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So, hab mich heute impfen lassen. Die Absicht hatte ich von Anfang an und zwar aus 2 Gründen:

Impfung ist besser als kranksein, das ist ja auch der Sinn und Zweck der Impfung, namentlich eine Krankheit zu vermeiden und mit Wirkverstärker geht das sogar noch besser 😉

Wenn man imunisiert ist, steckt man keine anderen an, was irgendwie sozial ist, zumal die Wahscheinlichkeit bei jeder neuen Infektion steigt, das der Virus mutiert, zu was auch immer.

War erstmal gar nicht so leicht eine Impfung zu bekommen,  zumal mein Hausarzt nicht die Absicht hatte die Impfung zu verteilen, da sie nach seiner Meinung nicht ausgereift sei. Hab dann eine von den vier Praxen, die in meiner Gegend Impfen angefragt und die meinten, das es nicht sicher sei wann ich kommen könnte, sie würden  mich zu der Impfung bestellen, hmmm. Nun kam der Anruf und ich wurde hin bestellt. Da ich glücklicherweise recht zeitig da war – ich dachte mir schon das ich da ewig warten müsse, bis ich dran käme, nach den Chaotischen Bilder aus Nachrichten – kam ich also als erster dran. Doch zuvor sollte ich eine Einverständniserklärung unterschreiben und angeben, dass ich alles verstanden hab, nicht oder doch zu den bevorzugten Zielgruppen gehöre und nicht schwanger sei etc. Zudem bekam ich auch einen Beipackzettel von dem Zeugs, Pandemrix. Nach dem Piex bin ich auch schon an der länger werdenden Schlange 😉 vorbei und wech.

Zu erwartende Nebenwirkungen:

Sehr häufig: Kopfweh, Müdigkeit, dann Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Verhärtung an der Injektionsstelle (was sonst?), Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Häufig: Wärme, Juckreiz oder Blutergüsse an der Inj., grippeähnliche Symptome, Lymphknotenschwellung

Gelegentlich: Kribbeln und Taubheit an Händen und Füßen (Angst?), Schläfrigkeit, Schwindel, Magen-Darm-Symptome, generelles Unwohlsein, Schlaflosigkeit.

Meine Nebenwirkungen:

leichte Schmerzen im Arm, leichte Kopfschmerzen, bin nicht sicher ob von der Impfung, mehr auch nicht.

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Hier geht es nicht um den Film. Heute habe ich einen sehr spannenden und interessanten Vortrag von meinem Psychologie Professor Dr. Frank Neuner gehört. In seinem Vortrag hat er von der Forschung berichtet, die er und seine Mitarbeiter über Jahre in verschiedenen Krisen- und Bürgerkriegsgebieten der Welt, wie z.B. Somalia, Uganda und Sri Lanka zu psychischen Folgen von Gewalterfahrungen und Krieg durchführen.  So wurde von der Arbeitsgruppe eine Therapie zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) entwickelt, die auch von Laien angewandt werden kann, die Narrative Exposure Therapy (NET).

Darüber hinaus hat das Team eine Stiftung ins Leben gerufen, die vivo foundation (Link) um diese Arbeit zu unterstützen.

Diese Schilderungen haben mich doch etwas beeindruckt. Vor allen Dingen braucht es nicht so viel wie man denkt, um die Welt in der wir leben ein kleines bischen besser zu machen und besonders für Menschen, die einen triftigen Grund hätten sich zu beklagen. Auch hat mich der sehr pragmatische Ansatz eine Therapie der PTBS gefreut, die eben auch und besonders von Laien angewandt werden kann, da es in den entsprechender Krisenregionen kaum ausgebildete Therapeuten gibt, so dass mit relativ wenig Aufwand vielen geholfen werden kann und das auch noch mit wissenschaftlichem Nachweis.

Eigentlich gibt es vieles was jeder von uns tun kann um die Welt zu verbessern und oft scheitert es an konkreten Vorschlägen. Ich werde versuchen entsprechende Informationen zu sammeln, die als Antwort auf die Frage: was man denn tun kann dienen könnten.

Etwas tun kann auch bedeuten, etwas anders zu tun und das heißt veränderung und das ist nicht immer leicht und braucht oft Zeit.

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