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Archive for the ‘Psychologie’ Category

Nachdem Reiner raus war, war’s auch aus mit meinem Interesse, es kam plötzlich wie es dann auch schon wieder ging. Auch das Verhalten der Andern gegenüber Sarah war kaum zu ertragen, ich hoffe das alles eh inszeniert ist. Aber unabhängig von dem Wahrheitsgehalt ihrer Behauptung, kann man anders damit umgehen, zusammenrotten und mobben muss nicht sein, das ist Kindergarten und asozial. Und wenn man ihr schon Kranksein unterstellt, muss man sie nicht auch noch beleidigen. Entweder man begegnet ihr mit Mitgefühl und Verständnis oder man ignoriert sie.

Ich habe zwar wenig mitbekommen, aber ich finde das sie die soziale und persönliche Herausforderung sehr unterschätzt hat und die psychologische Betreuung die von RTL angeboten wird, ist offensichtlich unter aller Sau. Erstaunlich, das sie es so lange ausgehalten hat.

Naja, aber das Ende hab ich dann doch etwas mitverfolgt. Peer hat gewonnen, warum? Google hilft, genauer Google insights, dort kann man die Häufigkeiten der Suchanfragen bezüglich Begriffen und so nachschauen. Sarah ist überragend, hinsichtlich der Häufigkeit der Suchanfragen, aber nachdem sie „Freiwillig“ gegangen war oder wurde, stieg Peers Popularität. Er hat als einer der wenigen Menschlichkeit gezeigt, zumindest die bessere Seite dieser, vielleicht haben es ihm Sarah’s Fans gedankt.

Glückwunsch und Respekt.

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Nicht jeder scheint das Grundgesetz gelesen zu haben oder es ernst zu nehmen, schon gar nicht die Verantwortlichen bei RTL und ihrer DSDS Abartigkeit. Wenn man ein pubertierendes etwas in der Wohnung hat, kommt man nicht immer um hin sich so was auch Mal anzuschauen.

Da stand ein junger Mann vor der Kamera, der sich scheinbar eingenäßt hat, kann passieren, ich weiß in diesem Fall aber auch nicht warum. Sie hätte das nicht zeigen müssen, haben sie aber. Ich kann mir denken, dass sich dieser Mensch diesen Auftritt etwas anders vorgestellt hat und dass er sich nun lieber keiner Kamera mehr präsentieren möchte.

War er naiv? Ich weiß es nicht, nur scheint es mir, das nicht gerade wenige dieser Kandidaten naiv sind und diese Menschen vielleicht vor ihrer Naivität geschützt werden sollten. Werden sie eigentlich über ihre Rechte aufgeklärt und die möglichen Folgen ihrer 15 Sekunden oder unterschreiben sie einen Vertrag und hoffen auf das Beste?

Nicht jeder kann die allumfassenden Konsequenzen seiner Handlungen erfassen und all zu schnell werden diese Menschen zu Opfern von Belustigung, Spott und Beleidigungen. Und nicht gerade wenige erfahren so einen massiven sozialen und persönlichen Schaden, der dann nicht zu Letzt bei einem Therapeuten behandelt wird und das im günstigen Fall.

Das Konzept dieser Sendung besteht offensichtlich aus dem Vorführen menschlicher Schwächen und Abgründe und aus Erniedrigung und Belustigung.

Keiner dieser Superstar-Anwerter wird je einer sein, sie werden ausgelutscht und weggeworfen.

Auch ist das leider nicht die einzige menschenverachtende Sendung, die gibt es zu Hauff und was kann man von einer Gesellschaft halten in der eine solche Nachfrage existiert?

Nachtrag 22.01.2010

In einem GMX-Artikel wurde heute eine Reaktion der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) (Link) berichtet. Da heißt es:

Die erste „Casting“-Folge der neuen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL-Tagesprogramm, 9. Januar 2010) verstößt gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags.

„Hier werden nicht nur beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten als normale Umgangsformen präsentiert. Hier werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Häme und Herabwürdigung anderer als völlig legitim darstellen. Das wirkt erklärten Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegen und kann eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben“, so der KJM-Vorsitzende Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring.

Leider steht da auch das die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) diese Sendung bereits bewilligt hat und daher keine Sanktionen erhoben werden können.

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Gerade habe ich ein Video von Pat Condell – Aggressiver Atheismus (auf Deutsch) gesehen. Darin versucht er u.a. seine atheistische Perspektive deutlich zu machen.  Ich kann ihm in einigen Punkten zustimmen, nicht aber darin wie er es sagt.

Ich glaube (=bin überzeugt, 100%) nicht an Gott (oder was auch immer), bin ich ein Atheist? Vielleicht, ich sehen mich viel lieber als Realist. Gott ist eine Sache die man weder beweisen noch wiederlegen kann, für das Letztere sprechen bessere Argumente, dennoch heißt das für mich, das es dringenderes auf der Welt gibt. Nichtsdestoweniger sollte der gemeine Atheist, sollte er die Absicht haben, seine dem blinden Glauben verfallenen Mitmenschen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren und zu – sagen wir mal hoffnungsvoll, weniger blindem Glauben – bekehren, einiges bedenken.

Ich habe schon früh für mich festgestellt, dass es nahezu aussichtslos ist einen Menschen nur mit ein paar scheinbar sinnigen Argumenten von etwas zu überzeugen. Es braucht mehr. In der Psychologie und da in der Persuationsforschung kennt man das Elaboration Likelihood Model (Link) und diesbezüglich zwei Verarbeitungswegen einer Botschaft:

  1. Zentrale Verarbeitung der Mitteilung: hierbei zählen Argumente und die Qualität der Botschaft, der Empfänger setzt sich aktiv mit dem Thema auseinander, vergleicht mit eigenem Wissen, wägt ab und bewertet. Vorausgesetzt er hat ein Wissensbedürfnis (need for cognition), also interessiert und motiviert sein die Botschaft aufwändig kognitiv zu verarbeiten  und die Möglichkeit/Kompetenz haben es auch zu können. Das Thema ist Relevant und er fühlt sich persönlich betroffen.
  2. Periphere Verarbeitung der Mitteilung: hierbei zählen Merkmale des Senders wie z.B. dessen Attraktivität, Kompetenz oder Bekanntheit und Autorität. Oft spielt dabei die Konditionierungen und Co eine Rolle und bestimmte Heuristiken ersparen uns Zeit und kognitiven Aufwand. Voraussetzung für diesen Verarbeitungsweg sind keine ausreichenden Fähigkeiten, keine ausreichende Motivation und geringe Relevanz des Themas.

Der erste Weg führt zu einer stabileren Einstellungsänderung aber beide Wege schließen sich nicht aus und interagieren miteinander, so dass die periphere Route die zentrale begünstigen kann, ok? Mit dem gewissen Wie kann man das Was besser verkaufen und mit dem falschen Wie kann das Was noch so toll sein…

Eine etwas andere Perspektive. In der psychologischen Therapie begegnet man dem Problem der Reaktanz. Das passiert oft dann, wenn man einen Menschen mit etwas konfrontiert, das dieser nicht mag. Der reagiert dann mit Abwehr, logisch.

Ein Angstpatient hat Angst von einer bestimmten (oder unbestimmten  Sache) und das – wie er meint – aus gutem Grund, auch ist der Sinn der Angst einen von dem Objekt der Angst fern zu halten. Blöder Weise besteht die Therapie einer Angst genau darin, den Patienten mit genau dem Angstobjekt zu konfrontieren und die Angst zu provozieren, damit der Patient merkt, dass er daran nicht stirbt und die Angst weniger wird, er habituiert. Alles klar?

Wie vermeidet man nun Reaktanz? Eine Möglichkeit dieses zu tun ist die sogenannte systemimmanente Gesprächsführung und meint nichts anderes, als sich in das System des Patienten hinein zu denken, seine Perspektive einzunehmen und alles mal aus seinem Werte und Normensystem zu betrachten und eben aus diesem heraus zu kommunizieren. Man sollte stets Verständnis und Akzeptanz signalisieren.

Wenn man das Gefühl hat, man wird verstanden und akzeptiert, hat man weniger Motivation in den Flucht-oder Angriff-Modus zu Schalten, also in Stress zu geraten 😉 ,,Alles ist gut, ich spreche mit einem Freund und der will mir nur gutes.“ Auch sollte man gelegentlich Sokrates gedenken.

Wenn ich Atheisten erlebe, habe ich oft das Gefühl, das sie ähnlich wie viele ambitionierte Kommunisten oder so, eine Revolution haben möchten und zwar JETZT! Hat das jemals was gebracht? Dabei sollten sie sich eher einige der Tugenden und Strategien ihrer Gegenspieler aneignen, wenn sie mit dem ,,Missionieren“ erfolgreich sein wollen. Geduld wäre so eine und kleine Schritte führen auch zum Ziel ist auch kein schlechter Gedanke.

Wenn man ein Alternative anbietet, so sollte Sie mindestens ebenwertig, wenn nicht besser sein, also attraktiver oder weniger schlimmer ;).

Die Frage: Hast du schon mal mit dem Gedanken gespielt nicht an Gott zu glauben? ist nicht ohne. Glaube vermittelt scheinbare Sicherheit, Übersichtlichkeit, Orientierung und Kirche bedeutet Gemeinschaft. Und das ist ein Problem. Menschen mögen Gemeinschaften und organisieren sich darin; Clubs, Vereine und soziale Netzwerke etc. Wenn einer darüber nachdenkt eine neue Überzeugung anzunehmen, denkt er auch darüber nach was wohl die anderen davon hallten könnten. Wieso sollten man sich diesem Stress aussetzen? Während Jugendliche scheinbar eher bereit sind ihre Überzeugung zu ändern, sieht es bei den Alten anders aus, da wir um so konservativer und unflexibler sind je älter wir werden.

Wenn man also Kritik übt und will das sie was bewirkt, so sollte man besser nett sein, nicht überfordern und nicht zu viel erwarten 😉

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