Nicht jeder scheint das Grundgesetz gelesen zu haben oder es ernst zu nehmen, schon gar nicht die Verantwortlichen bei RTL und ihrer DSDS Abartigkeit. Wenn man ein pubertierendes etwas in der Wohnung hat, kommt man nicht immer um hin sich so was auch Mal anzuschauen.
Da stand ein junger Mann vor der Kamera, der sich scheinbar eingenäßt hat, kann passieren, ich weiß in diesem Fall aber auch nicht warum. Sie hätte das nicht zeigen müssen, haben sie aber. Ich kann mir denken, dass sich dieser Mensch diesen Auftritt etwas anders vorgestellt hat und dass er sich nun lieber keiner Kamera mehr präsentieren möchte.
War er naiv? Ich weiß es nicht, nur scheint es mir, das nicht gerade wenige dieser Kandidaten naiv sind und diese Menschen vielleicht vor ihrer Naivität geschützt werden sollten. Werden sie eigentlich über ihre Rechte aufgeklärt und die möglichen Folgen ihrer 15 Sekunden oder unterschreiben sie einen Vertrag und hoffen auf das Beste?
Nicht jeder kann die allumfassenden Konsequenzen seiner Handlungen erfassen und all zu schnell werden diese Menschen zu Opfern von Belustigung, Spott und Beleidigungen. Und nicht gerade wenige erfahren so einen massiven sozialen und persönlichen Schaden, der dann nicht zu Letzt bei einem Therapeuten behandelt wird und das im günstigen Fall.
Das Konzept dieser Sendung besteht offensichtlich aus dem Vorführen menschlicher Schwächen und Abgründe und aus Erniedrigung und Belustigung.
Keiner dieser Superstar-Anwerter wird je einer sein, sie werden ausgelutscht und weggeworfen.
Auch ist das leider nicht die einzige menschenverachtende Sendung, die gibt es zu Hauff und was kann man von einer Gesellschaft halten in der eine solche Nachfrage existiert?
Nachtrag 22.01.2010
In einem GMX-Artikel wurde heute eine Reaktion der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) (Link) berichtet. Da heißt es:
Die erste „Casting“-Folge der neuen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL-Tagesprogramm, 9. Januar 2010) verstößt gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags.
„Hier werden nicht nur beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten als normale Umgangsformen präsentiert. Hier werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Häme und Herabwürdigung anderer als völlig legitim darstellen. Das wirkt erklärten Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegen und kann eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben“, so der KJM-Vorsitzende Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring.
Leider steht da auch das die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) diese Sendung bereits bewilligt hat und daher keine Sanktionen erhoben werden können.

